Gefahren und Ursachen von Drogenmissbrauch auf dem spirituellen Pfad

 In Kabbala Vorträge

VORTRAG (Kabbala Wien): Gefahren und Ursachen von Drogenmissbrauch, Warnung vor spirituellen Organisationen, kollektives Menschheitsproblem, Falsche Bildung, Verlust der Herrschaft im Bewusstsein, Ausweg aus dem Drogenkonsum, Potenzial des Menschen, Sinn des Lebens.

Die Gefahr von Drogen auf dem spirituellen Pfad ist das Thema dieses Artikels. Dieser Gegenstand ist sehr wichtig, da viele falsche Meinungen darüber vorherrschen. Auch soll ein klares Statement dazu gesetzt werden, wie die Position der authentischen Mysterientradition zum Thema Drogen ist und welche Gefahren damit zusammenhängen.

Als erste Aussage kann man gleich vorweg ganz klar sagen: Auf dem authentischen spirituellen Weg haben Drogen keinen Platz. Drogen haben überhaupt nichts mit spiritueller Entwicklung, wie dies in einer authentischen Mysterientradition verstanden wird, zu tun. Das bedeutet im Weiteren auch, dass spirituelle Organisationen, die ihre Mitglieder dazu anleiten, Drogenerfahrungen zu machen, um dadurch „spirituelle“ Erfahrungen zu erlangen, eine Illusion sind. Das sind Organisationen, die den Menschen auf den falschen Weg leiten, nämlich in die Falle der Drogenabhängigkeit, in Scheinwelten. Sie führen das Individuum weg vom selbstständigen Menschen hin zum abhängigen, hin zu Personen, die Drogenmissbrauch betreiben.

Die Position der Mysterientradition dazu jedoch ist: Der authentische spirituelle Pfad benötigt keine Drogen. Alle Organisationen, die das Gegenteil vorgaukeln und behaupten, diese Drogenerfahrungen würden eine spirituelle Erfahrung bergen oder zu spiritueller Entwicklung führen, sind auf dem falschen Weg. Da kann man nur eine Warnung aussprechen: Verlasse solche Organisationen! Sonst dauert es nicht lange, bis man in den Drogenmissbrauch abrutscht und sich in Scheinwelten verläuft, sodass man nicht mehr zwischen seinem Tagesbewusstsein, Scheinwelten und Illusionen unterscheiden kann. Wer so einen Weg schreitet und in den Drogenmissbrauch abrutscht, der sollte am besten zu einem Arzt gehen und eine Therapie machen. Denn wer wirklich im Drogenmissbrauch hängt, dem hilft auch kein authentischer spiritueller Pfad. Der Gang zum Therapeuten ist in dem Fall der einzig richtige Weg. Das Gleiche gilt, wenn jemand psychische Probleme hat. Auch da empfehlen wir, besser einen Arzt aufzusuchen und eine Behandlung zu absolvieren, jedoch nicht diesen Pfad der Mysterientradition zu schreiten. Auf dem Pfad der Mysterientradition müssen wir ein stabiles Bewusstsein haben und solide im Leben stehen. Da ist also kein Platz für Drogen. Wenn jemand Drogen genommen hat, dann muss er spätestens dann, wenn er diesen Pfad der authentischen Mysterientradition intensiver zu schreiten beginnt, dieses Muster korrigieren.

Betrachten wir die Sache noch ein bisschen differenzierter: Eine Aussage ist, dass auf dem authentischen spirituellen Pfad Drogen, wie schon erwähnt, keinen Platz haben. Die andere Seite, die aber noch beleuchtet werden muss, ist die Frage, wieso Menschen überhaupt Drogen nehmen. Auch hier muss wirklich klar differenziert werden. Denn natürlich lässt sich sagen, es sei schlecht, wenn sich jemand dem Drogenkonsum hingibt. Das führt letztendlich nicht zu dem Ziel dessen, worauf die menschliche Entwicklung hinausläuft. Wir dürfen aber auch nicht die Augen davor verschließen, wieso Menschen Drogen nehmen, denn dann gewinnen wir plötzlich ein ganz differenziertes Bild von diesem Phänomen. Denn es ist nicht so, dass man dem einzelnen Menschen, der sich dem Drogenmissbrauch hingibt und der vielleicht dann in eine Abhängigkeit abrutscht, die volle Last der Schuld aufhalsen muss. Natürlich ist es seine Entscheidung, diesen Weg der Drogen zu gehen. Der Drogenkonsum ist seine freie Entscheidung, und der Betreffende erntet auch die Wirkung davon. Dennoch handelt es sich dabei genau genommen um ein kollektives, gesellschaftliches Phänomen: Wir sehen, dass Millionen von Menschen Drogen nehmen auf der Welt.

Dabei gibt es eine riesige Bandbreite an Drogen: chemische Drogen oder Naturdrogen beispielsweise, eben alles, was sich so finden lässt. Der betreffende Mensch rutscht ab in eine körperliche Abhängigkeit, aber noch schlimmer ist die psychische Abhängigkeit, in die er verfällt. Eine körperliche Abhängigkeit kann man durch einen Entzug relativ zügig auch wieder korrigieren. Die psychische Abhängigkeit hingegen – diese ist das eigentlich Unheilvolle. Menschen, die etwas suchen, erkennen in Drogen einen Ausweg. Einen Ausweg, der sie vielleicht betäubt im Sinne der Lebenserfahrung, die man tagtäglich erlebt. Sie streben danach das Leben, das sie als hart erfahren, durch Drogen zu betäuben. Sie versuchen, in einen anderen Bewusstseinszustand zu kommen, der friedlicher, harmonischer ist. Und je nach Droge können es verschiedene Themen sein, die dadurch abgedeckt werden. Es könnten Substanzen konsumiert werden, die einen aktiver machen, sodass man sich stärker fühlt im Alltag. Diese nähren dadurch auch den Egoismus. So schafft man es, dass man einfacher in dieser „harten“ Welt besteht und in diesem tagtäglichen Kampf eine starke Persönlichkeit ausdrückt mit Hilfe der Drogen. Dies geschieht zum Beispiel durch Kokain. Doch auch andere Drogen können genommen werden, die dem Menschen einfach die Ecken und Kanten seines Lebens etwas seichter machen. Marihuana z.B. lässt die Welt, die scheinbar hart ist, dann etwas „gedämpfter“ werden. Andere Drogen können ebenfalls betäuben. Es können solche sein, die uns ein Gefühl der inneren Geborgenheit vermitteln. Dies sind bereits harte Drogen wie Heroin. Man sieht also, dass es eine ganze Bandbreite an Drogen gibt. Und es ist kein Zufall, warum unterschiedliche Menschen verschiedene Drogen nehmen.

Somit lassen sich verschiedene Impulse und Ursachen feststellen, wieso gerade jemand eine Resonanz zu einer bestimmten Droge hat. Denn die unterschiedlichen Substanzen decken wirklich verschiedene Bereiche ab.

Wie anfangs schon gesagt, hat der Konsum von Drogen mit dem authentischen spirituellen Pfad nichts zu tun. Für viele Menschen ist Drogenmissbrauch leider a) eine Sackgasse und b) zunächst die Endstation in ihrer persönlichen Entwicklung, meistens in einer Inkarnation. Denn je länger Drogenmissbrauch betrieben wird, umso größer wächst die Abhängigkeit. Wie schon erwähnt, ist der körperliche Aspekt das eine, etwas ganz anderes dagegen die psychische Abhängigkeit. Die Abhängigkeit, diese Erfahrung zu brauchen, um ein Grundproblem, das eigentlich existiert, scheinbar zu lösen – das ist das Verheerende.

Ein kurzer Blick auf die Welt zeigt: Das Problem sind nicht vereinzelnte Menschen, die Drogen nehmen und die selbst schuld daran sind. Der Konsum von Drogen stellt ein kollektives Problem dar. Sonst gäbe es nicht Millionen von Menschen, die Drogen konsumieren. Was also läuft in der Welt falsch? Wieso haben Menschen dieses Bedürfnis? Anhand dieser verschiedenen Bereiche, die aufgezeigt wurden, zeigt sich, dass unterschiedliche Bedürfnisse erfüllt werden sollen. Wieso leben wir in einer Welt, wo Menschen Drogen nehmen müssen, um vielleicht wieder das innere Bedürfnis zu erfüllen, in einer Geborgenheit zu sein? Oder um innere Ruhe zu finden? Oder um vielleicht einmal Abstand von dem Alltag, den sie als hart empfinden, zu bekommen? Wieso meinen sie, etwa durch andere Drogen wie Ecstasy, sich wieder mehr verbunden zu fühlen mit den anderen Menschen? Warum finden wir das nicht im Alltag in unserer Gesellschaft? Man kann dem einzelnen Menschen sagen, dass Drogenkonsum etwas Schlechtes ist. Am Ende führt es das Individuum in eine Sackgasse. Doch wir dürfen nicht den Fehler begehen, nur die Menschen zu verurteilen, die Drogen nehmen. Es handelt sich dabei vielmehr um ein gesellschaftliches Phänomen, das uns alle betrifft. Und die Drogen sind ein Weg.

Demgegenüber dürfen wir auch die Augen nicht vor Menschen verschließen, die sich tagtäglich mit Hilfe von Medien betäuben. Jeden Tag geschieht dies, gerade bei der jüngeren Generation, was auch immer mehr diskutiert wird, durch den Einfluss von Social Media. Dies ist auch eine Art von Abhängigkeit, eine Art Droge, wenn wir alle zehn Minuten danach streben, dass jemand unser Bild „liken“ muss. Wir brauchen die nächste Nachricht. Dadurch bekommen wir kleine Dopaminkicks, die uns immer wieder bei Laune halten sollen. Auch da müssen wir uns fragen, ob dies nicht auch in die gleiche Kategorie wie Drogen gestellt werden kann. Oder wenn Personen sich im Internet ein illusorisches Bild aufbauen und sich nur von ihrer besten Seite präsentieren. Wenn man sich die Profile der Nutzer ansieht, fällt ins Auge: Jeder ist erfolgreich und hübsch und alles andere. Doch oft sitzen einsame Menschen dahinter, die innerlich mit großen Problemen kämpfen. Die Welt spiegelt uns: Alle sind erfolgreich. Allen geht’s gut. Nur man selbst sitzt zu Hause. Und viele Menschen, die dies sehen, werden getäuscht und glauben, allen anderen gehe es prächtig, während man sich selbst miserabel fühlt. In Wahrheit aber ist es nur äußerer Schein, der so präsentiert wird. Jeder, der sich online darstellt, präsentiert nur seine Schokoladenseite – man will als super erfolgreich dastehen und Eindruck schinden. Hinter den einzelnen Profilen sitzen aber Menschen, die genauso Probleme haben, leiden und sich einsam fühlen.

Somit endet das Problem, das wir beobachten können, nicht allein bei Drogen. Viel größere gesellschaftliche Probleme stecken dahinter. Da es ein kollektives Phänomen ist, sind nicht Einzelne daran schuld: Jeder Mensch ist mitverantwortlich, dass wir in der aktuellen Gesellschaft leben. Man kann daher nicht sagen, diejenigen, die Drogen nehmen, seien die Bösen, und alle anderen wären gut.

Wenn wir die Bildung heutzutage betrachten, stellt sich uns die Frage: Wie werden wir heute erzogen? Seit der Industrialisierung ist das Weltbild gefestigt worden, dass der einzelne Mensch zu einem Roboter ausgebildet wird. Zu einer Maschine, die mechanisch arbeiten soll, einfach nach Vorschrift und Routine. Kreativität und das wahre Potenzial des Menschen bleiben oft auf der Strecke. Wir leben somit in einer rein rationalen Welt. Emotionen werden ebenfalls nicht mehr gefördert. Fanatsie und Vorstellungskraft sowie das Mitmenschliche gehen zurück.

Natürlich können wir das überblenden und sagen, alles sei schön, wir leben in einer heilen Welt. Doch hinter der Fassade zeigt sich: Millionen von Menschen flüchten sich in Drogen, um einen Ausweg aus diesem rationalen Gefängnis zu finden, in dem sie aufgezogen und ausgebildet wurden.

Als Roboter oder Sklave, der funktionieren soll in der Gesellschaft, sind solche Impulse verständlich. Impulse, die Menschen dazu antreiben, auszubrechen und nach einem Ausweg zu suchen. Weil sie dem Druck nicht mehr standhalten. Jeder, der keine Drogen nimmt, braucht nicht zu sagen, er habe nichts damit zu tun. Denn jeder Einzelne hat irgendwo einen Bereich, in dem er genau den Gegenpol zu dem Leben in dieser Gesellschaft sucht. Ein Bereich, in dem grundlegend etwas schiefläuft. Dies mögen Drogen sein, die man nimmt, oder Social Media als Ersatzdroge oder andere Dinge. Es gibt so viele Art und Weisen von Problemen. Jeder Mensch hat irgendwo einen Bereich, in dem er eine Alternative zu dem Leben sucht, wie es gerade in unserer Gesellschaft läuft. Denn schon Kinder werden wie gesagt auf falsche Weise großgezogen und indoktriniert auf ein spezielles Weltbild, sodass sie später zu funktionierenden Arbeitsdrohnen werden. Selbstredend entstehend dadurch im Laufe der Zeit Probleme.

Und das Problem lässt sich nicht lösen, indem Drogensüchtige einfach weggesperrt werden. Das Problem wird immer größer, da es ein fundamentales Problem in der Menschheit ist. Es geht um lebende Menschen, die mit einem bestimmten Weltbild erzogen werden und dann an einen bestimmten Punkt angelangen. Ob dies schon in der Jugend ist oder später im Leben, während der Midlife-Crisis. Doch gerade bei Jugendlichen kommt diese Thematik früh auf. Sie sehen eine Welt, in der scheinbar alles möglich ist und andere als die Erfolgreichen dastehen. Doch den Jugendlichen fehlt es an Orientierung – sie wissen nicht, was sie mit ihrem Leben machen sollen. Sie stellen sich die Sinnfrage und rutschen schon früh in den Drogenkonsum ab, in Ablenkungen durch Medien, die als Auswege herhalten sollen.

Der einzige Weg aber ist, das wahre Potenzial des Menschen wieder zu fördern. Indem Menschen von klein auf schon geschult werden, dass sie mehr sind als bloße Roboter, die vierzig Jahre lang arbeiten sollen und danach ein bisschen Rente haben, um schließlich zu sterben. Der Mensch hat vielmehr ein riesengroßes Potenzial! Jeder Einzelne hat besondere Talente, die er entfalten kann, wenn diese gefördert werden. Von klein auf sollten wir auch die Welt erforschen und das Universum verstehen lernen. Wissen, dass es noch mehr gibt, und uns damit beschäftigen. Was ist der Sinn des Lebens? Die essenziellen Fragen des Lebens müssen in den Mittelpunkt gestellt werden, anstatt sie auszublenden. Wenn wir nämlich unser Leben lang immer nur in einer Welt leben, wo diese Fragen nicht gestellt werden, und dann sklavenmäßig im Hamsterrad gefangen sind, kommt irgendwann der Ruf der Seele. Dann drängt er uns danach, einen Ausweg zu suchen!

Für viele wird dieser Ausweg zum Irrweg und führt dazu, dass der Suchende zu Drogen greift. Denn Drogen stellen einfach einen Gegenpol zu diesem Alltag dar. Dies ist daher schon ein wichtiger Schritt: Menschen, die zu Drogen Zuflucht nehmen, nicht einfach zu verurteilen, sondern die Ursachen dahinter aufzuspüren. Der Konsum von Drogen führt zu einer Abwärtsspirale. Und nur wenige sind dann bereit, sich die zugrundeliegenden Ursachen bewusst zu machen und diese zu erkennen.

Vielleicht nimmt man Drogen, um wirklich nach einem tieferen Sinn zu suchen oder um etwas zu erleben, was man in seinem Alltag nicht erlebt. Weil man es nicht aushält, in dieser Box zu leben. Doch für viele sind Drogen leider eine Abwärtsspirale. Die Abhängigkeit von diesem Zustand wird ihnen zum Verhängnis. Und nur wenige schaffen es zu erkennen, dass es in Wahrheit gar nicht um Drogen geht, dass sie nur Mittel zum Zweck sind. Sie waren jetzt einmal ein Weg, um das grundlegende Problem des Menschen zu lösen. Irgendwie muss es noch mehr geben, sagt dem Menschen ein inneres Bedürfnis. Was ist der Sinn des Lebens also? Was ist mit dem wahren Potenzial? Wie kann man es entfalten? Wenn man dann den Schritt schafft zu sagen, dass Drogen nur einmal ein Weg waren, und man erkennt, dass es eigentlich um ein viel größeres Problem ging: Dann hat man neue Möglichkeiten. Das innere Suchen ist der Kern des Problems. Und dann kann sich der Einzelne einen besseren Weg suchen, anstatt mit Drogen eine falsche Antwort zu erzwingen.

Noch einmal zur Warnung: Jede spirituelle Organisation, die ihre Schüler dazu anleitet, Drogen zu nehmen, um eine spirituelle Erfahrung zu machen, ist wirklich gefährlich. Denn was machen Drogen aus spiritueller Sichtweise? Drogen, vereinfacht dargestellt, öffnen unserem Bewusstsein bestimmte Türen, durch welche Einflüsse hereinströmen, die im normalen Tagesbewusstsein ausgeblendet sind. Diese kommen zum Beispiel aus dem Unterbewusstsein. Dies ist auch in der Psychologie schon teilweise erforscht. Es gibt das Selbstbewusstsein, das Unterbewusstsein und das Überbewusstsein. In der Mysterientradition wird noch viel deutlicher erläutert, wie diese verschiedenen Ebenen zusammenwirken.

Durch dieses Türenaufmachen im Unterbewusstsein dringen bestimmte Einflüsse – neue Ideen, neue Gefühle, neue Gedanken – in uns ein. Natürlich können wir dann vielleicht einmal eine Erkenntnis haben oder ein Gefühl, das anders ist als jenes, was wir im Alltag haben. Doch wichtig zu erkennen ist: Diese Türen, die wir aufgemacht haben, sind keine Türen, die nach oben führen. Das sind in der Regel Türen, die nach unten führen.

Das heißt also, im normalen Tagesbewusstsein gibt es Schranken, die es uns erlauben, in unserem Selbstbewusstsein die Kontrolle zu haben. Wir klar sind im Kopf, wir sind handlungsfähig und können in Situationen wichtige Unterscheidungen treffen. Durch Drogen jedoch werden Türen geöffnet, sodass unterbewusste Aspekte eindringen. Und dieses Selbstbewusstsein verschwimmt immer mehr in unterbewusste Aspekte. Dadurch sinkt man in einen Zustand, in dem man als Drogenabhängiger schrittweise die Herrschaft über sein eigenes Bewusstsein verliert. Dies ist die große Gefahr, die Drogen mit sich bringen.

Auf dem spirituellen authentischen Pfad ist dies jedoch das Letzte, das wir anstreben: dass man die Herrschaft über sein Bewusstsein verliert. Vielmehr geht es darum, die bewusste Herrschaft in seinen Lebenssituationen zu erlangen. Deshalb kann man nicht wahllos irgendwelche Türen öffnen, durch die Einflüsse hereinkommen, über die man keine Kontrolle hat. Jemand, der auf einem Drogentrip ist, hat keinen Einfluss. Da geschieht etwas mit ihm. Energien und Erfahrungen überkommen ihn, er ist ihnen ausgeliefert. Ist das Herrschaft? Nein. Das ist keine Evolution, sondern Involution. Es hat so viele Millionen Jahre gedauert, bis sich in der Menschheit dieses Selbstbewusstsein herauskristallisiert hat. Deshalb kann es nicht das Ziel sein, dass wir zurück in einen halbbewussten Delirium-Zustand kommen. Gerade auf der selbstbewussten Ebene geht es vielmehr darum, unser Bewusstsein auszubauen. Und das ist natürlich der Pfad der Mysterientradition, völlig ohne Drogen und auf der Basis gezielter Techniken wie die Meditation als ein Beispiel. Ebenson dienen das Studium von Schriften und die Ritualistik diesem Zweck. Es geht darum, konstruktiv sowie Schritt für Schritt menschliche Evolution zu ermöglichen, somit das Bewusstsein zu erweitern und zu erheben zu höheren Ebenen. Und das ist etwas völlig anderes als Drogen zu nehmen und Türen zu niederen Ebenen aufzumachen. Das müssen wir ganz klar sehen!

Deswegen möge jeden diese Warnung erreichen, dass der authentische spirituelle Weg und Drogenmissbrauch sowie regelmäßiger Drogenkonsum einfach nicht vereinbar sind. Diese Dinge schließen einander aus. Denn wenn auf dem authentischen spirituellen Weg gleichzeitig noch Drogen genonmmen werden, dann gibt es einfach noch mehr Chaos in unserem Bewusstsein. Das funktioniert einfach nicht. Und keiner, der regelmäßig Drogen nimmt, wird nennenswert weit kommen auf diesem Pfad. So schützt sich auch dieser Pfad selbst: Wer diesen Weg schreitet und mit mehr spiritueller Energie in Kontakt ist, dann jedoch wahllos durch Drogen Türen öffnet, setzt sich der Gefahr aus, dass negative Aspekte aus dem Unterbewusstsein das Tages-Selbstbewusstsein einnehmen können. So ein Mensch ist eine Gefahr. Deswegen gibt es ganz klare Regeln in einer westlichen Mysterienschule wie Hermetik International. Keiner kommt nennenswert weiter, wenn er regelmäßig Drogen nimmt. Spätestens wenn man diesen Pfad intensiver schreitet, muss man dieses Muster korrigieren und einfach erkennen, was die Ursache dafür ist, dass der Mensch Drogen nimmt. Was möchte er dadurch wirklich bewirken? Dies gilt es, tiefgründig zu reflektieren. Wir müssen sehen, was die eigentliche Ursache ist. Wir müssen den zugrundeliegenden Wunsch erkennen, das, wonach man sucht und wofür Drogen als nutzloses Ersatzmittel missbraucht werden.

Dies wird auch in der Mysterientradition gelehrt. Ein wichtiger Schritt im Leben ist es zu erkennen, die eigenen Wünsche zu reflektieren. Was sind die eigentlichen Wünsche? Was ist die Essenz unserer Wünsche? Was wollen wir wirklich? Das zu ergründen, ist auch schon ein wichtiger Schritt auf dem spirituellen Pfad. Und dann kann man auch erkennen, dass Drogen oder andere Beschäftigungen wie die dumpfe Betäubung durch Medienkonsum einfach der Versuch sind, ein Grundproblem zu lösen, das der Mensch hat. Und dieses Grundproblem ist die Suche nach der Bestimmung des Menschen, der Entfaltung des vollen Potenzials. Das ist die Sehnsucht, die der Mensch in sich hat. Und genau für diese Sehnsucht bietet die Mysterientradition diesen Weg. Ein Weg der völlig ohne Drogen auskommt. Ein Weg, der wirklich solide Werkzeuge hat, die überliefert wurden.

Dies führt noch zu folgendem Punkt: Warum sagen andere Organisationen, dass man Drogen auf dem spirituellen Weg nehmen soll, und heißen das noch gut? Der Grund ist einfach: Weil sie keine anderen Werkzeuge haben. Dieser Mangel an echten Methoden der Transformation zwingt sie dazu, ihren Mitgliedern den Konsum von Drogen nahezulegen. Sie behaupten, man hätte dann irgendeine Erfahrung. Und man solle dann einsehen, man habe jetzt eine große spirituelle Erkenntnis gewonnen.

Da ist schon zu merken: Jede Organisation, die Drogen gut heißt auf dem spirituellen Weg, entstammt nicht der authentischen Mysterientradition. Dies zeigt einfach, dass die betreffenden Organisationen keine Werkzeuge haben. Auf dem authentischen Mysterienweg braucht man keine Drogenerfahrungen. Denn dieser hält wirklich solide Werkzeuge bereit, die bei uns auf den drei Säulen Studium, Meditation und Ritual beruhen. Und es ist wirklich wichtig, ein klares Bewusstsein zu haben. Klar in der Welt unterscheiden zu können und nicht in einem verwirrten Zustand zu sein, in einem Delirium. Nichts liegt ferner, als in einen Zustand hinabzusinken, in dem das Selbstbewusstsein und unterbewusste Aspekte planlos miteinander vermischt sind. Vielmehr geht es um Herrschaft: Es geht darum, die Herrschaft im eigenen Bewusstsein zu haben. Wir sollen konstruktiv das Universum erforschen und herausfinden, was Leben ist. Wir sollen die kosmischen Gesetzmäßigkeiten kennenlernen und diese auch anwenden. Wir sollen uns mit den Werkzeugen wie der Meditation schrittweise im Bewusstsein erheben. So steigen wir zu erweiterten höheren Bewusstseinsstufen hinauf, um diese in der Folge solide im Alltag zu integrieren.

Dies ist ein weiterer Punkt: Drogensüchtige, wenn sie Drogen nehmen, haben die Erfahrung, die der Drogenrausch beschert. Wenn sie aber keine Drogen nehmen, dann haben sie diese Erfahrung nicht. Dies ist ein Bild der völligen Abhängigkeit. In der Mysterientradtition wird durch solide Werkzeuge wie Meditation das Bewusstsein schrittweise erhoben. Dies führt dazu, dass auch unser gesamtes Tagesbewusstsein nach und nach emporsteigt, bis wir im Tagesbewusstsein ein umfangreicheres Bewusstsein haben. Und das ist dann wirkliche Herrschaft. Denn dann haben wir in unserem Tagesbewusstsein einen höheren Bewusstseinszustand verwirklicht, den wir permanent unser eigen nennen können, um auf seiner Basis wieder höhere zu verwirklichen.

Dies ist etwas völlig anderes, als einfach abhängig zu sein von einer Pille oder von einer Pflanze. Wenn wir diese haben, dann haben wir eine Erfahrung, wenn nicht, dann eben nicht. Das ist keinerlei Herrschaft.

Darum noch einmal zum Abschluss: Die authentische Mysterientradition braucht keine Drogen. Sie ist ein Weg, der wirklich solide Werkzeuge hat, ein Pfad, der Herrschaft in unserem Bewusstsein von uns verlangt. Zugleich müssen wir durch das Leben gehen und auch wirklich kritisch hinterfragen, auch bei Themen wie bei Drogen: Was ist eigentlich diese Grundursache, dass es diese Problematiken in so großem Umfang in unserer Menschheit gibt? Dort müssen wir ansetzen. Dann sehen wir, dass sich in unserer Gesellschaft, in der Menschheit wirklich grundlegend etwas verändern muss. Es geht um fundamentale Veränderung darin, wie wir zusammen leben, wie unsere Gesellschaft ist. Und dann kann die Menschheit als Ganzes und jeder Einzelne wirklich sein volles Potenzial entfalten. Als gesamte Menschheit können wir schließlich, wenn dies verwirklicht ist, in eine positive Zukunft blicken.