GESCHICHTEN zum NACHDENKEN
Der Tempel der tausend Spiegel
Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.
Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.
Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf. Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.
Ein irischer Freundschaftsspruch
Möge immer eine Arbeit für Deine Hände da sein;
Möge dein Geldbeutel immer eine oder zwei Münzen mehr enthalten
als du brauchst;
Möge die Sonne immer durch Deine Fensterscheiben scheinen und
dich fröhlich stimmen;
Möge auf jeden Regenschauer gewiss ein Regenbogen folgen;
Möge die Hand eines Freundes immer für Dich da sein;
Möge Gott Dein Herz mit Freude füllen, um Dich aufzumuntern.
Möge Gott auf dem Weg,
den Du vor Dir hast, vor Dir hergehen.
Das ist mein Wunsch für Deine Lebensreise.
Mögest Du die hellen Fußstapfen des Glücks finden
und ihnen auf dem ganzen Weg folgen.
Spuren im Sand
Ich träumte eines Nachts, ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Und es entstand vor meinen Augen, Streiflichtern gleich, mein Leben.
Für jeden Abschnitt, wie mir schien, entdeckte ich je zwei Paar Schritte
im Sand; die einen gehörten mir, die anderen meinem Herren.
Als dann das letzte Bild an mir vorbeigeglitten war, da sah ich zurück
und stellte fest, dass viele Male nur ein Paar Schritte in dem Sand zu
sehen waren. Diese zeichneten die Phase meines Lebens, die mir am
schwersten geworden waren.
Das machte mich verwirrt, und fragend wandte ich mich an den Herrn:
" Als ich dir damals alles, was ich hatte, übergab, um dir zu folgen, da
sagtest du, du würdest immer bei mir sein. Doch in den tiefsten Nöten
meines Lebens sehe ich nur eine Spur hier im Sand. Warum verließt
du mich denn gerade dann, als ich dich so verzweifelt brauchte?"
Der Herr nahm meine Hand und sagte: "Nie ließ ich dich allein, schon
gar nicht in den Zeiten, da du littest und angefochten warst. Wo du
nur ein Paar Spuren hier im Sand erkennst, da trug ich dich auf
meinen Schultern."
Der Indianer und die Wölfe
Ein alter Indianer erzählte seinem Enkel von einer großen
Tragödie und wie sie ihn nach vielen Jahren immer noch
beschäftigte. "Was fühlst du, wenn du heute darüber sprichst?"
fragte der Enkel. Der Alte antwortete: "Es ist als ob zwei
Wölfe in meinem Herzen kämpfen. Der eine Wolf ist rachsüchtig
und gewalttätig. Der andere ist großmütig und liebevoll." Der
Enkel fragte: "Welcher Wolf wird den Kampf in deinem
Herzen gewinnen?" "Der Wolf den ich füttere!" sagte der Alte :-)
Schicksal
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.


